Die Welt ist Gottes so voll

Urlaubsimpuls von Sr. Beatrix Baier - Steg

„Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen, wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.“ (Alfred Delp)

Die Urlaubszeit liegt jetzt für die meisten von uns bereits hinter uns. Trotzdem hier noch ein paar Gedanken, die mir bei meinem Urlaub heuer gekommen sind.

Urlaub, das bedeutet für mich zuerst einmal – raus aus dem strukturierten Alltag, Zeit haben, nicht auf die Uhr schauen müssen und dafür brauche ich auch das Alleinsein. Gern bin ich dafür in der Natur. Nach ein, zwei, drei Tagen spüre ich eine neue Offenheit in mir und beginne meine Umwelt anders wahrzunehmen – das unterschiedliche Grün der Blätter, die Blumen, die sich im Wind wiegen, den ruhigen See, die wärmenden Strahlen der Sonne und den nass-kühlen Regen. Auch für neue Begegnungen bin ich wieder bereit – für die Kinder, die am Ufer des Sees spielen und mir lachend zuwinken oder eine Urlauberin, die mir von ihrem bewegten vergangenen Jahr erzählt.

Und ich entdecke wieder „Die Welt ist Gottes so voll, aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen … in allem will Gott Begegnung feiern“ – und in mir steigt eine große Dankbarkeit auf für die Zeit der Erholung, die ich gerade verbringen darf, und für die vielen kleinen Dinge und Ereignisse, die mir hier geschenkt werden und in denen ich die Spur Gottes erfahren darf.

Das Schwere und Schmerzhafte in Gottes Hände legen

In meinem Alltag kenne ich das „in den schönen und den bösen Stunden hängen bleiben“ sehr gut. Hier habe ich Zeit, die vergangenen Wochen und Monate mit ihren Höhen und Tiefen revuepassieren zu lassen und alles – besonders auch das Schwere und Schmerzhafte – ganz bewusst diesem Gott in die Hände zu legen, der die Liebe ist und das Leben will. Die Ruhe der Natur hilft, dass Frieden einkehrt und ich darf neu erkennen, dass Gott immer alle Wege mit uns geht. So freue ich mich über jeden neuen Tag und genieße den Augenblick.

Am Starnberger See die hl. Messe feiern

Sr. Beatrix Baier

In meinem Urlaub ist es mir wichtig, täglich die hl. Messe mitfeiern zu können – wenn möglich. So verbringe ich diesen auch gern in einem Kloster, wie heuer bei den Missions-Benediktinerinnen in Tutzing am Starnberger See. Das ist noch dazu ein wunderschönes Platzerl.

Sr. Beatrix Baier