Nothilfefonds: Generalkonsul besucht Hilfsprojekt in Istanbul

Veröffentlicht am: 15. Dezember 2020

Die Salesianer Don Boscos in Istanbul betreiben seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in der Türkei eine Anlaufstelle für Menschen in Not. Der seit März wöchentlich geöffnete Nothilfefonds gibt u.a. Lebensmittelpakete, Einkaufskarten zur Nutzung im Supermarkt und Schutzausrüstung (Masken und Desinfektionsmittel) an bedürftige Personen und deren Familien aus. Die Organisation ist straff strukturiert: Vorab werden Termine an Bedürftige zur Abholung vergeben, Wartende müssen sich voneinander distanzieren, die Hygienevorschriften werden streng eingehalten. Dies ist wichtig, damit dieses Projekt auch in Covid-Zeiten weiter durchgeführt werden kann.

Mitte November besuchte der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Istanbul, Johannes Regenbrecht, die Lebensmittelausgabe. Er packte selbst Tüten ein und nahm sich viel Zeit, um direkt mit den hilfesuchenden Menschen zu sprechen. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik sponsert über das Istanbuler Generalkonsulat die Corona-Hilfe von Don Bosco Istanbul für zwei Monate. „Wir sind der deutschen Vertretung hier in Istanbul sehr dankbar für diese großzügige Hilfe! Der Generalkonsul kann sich nun auch persönlich vor Ort überzeugen, dass die Hilfe direkt ankommt“, freut sich Pater Jacky Doyen, Direktor der Niederlassung in Istanbul.

Lage verschlechtert sich täglich

Wöchentlich werden bis zu 200 Personen mit Hilfen versorgt. Seit März wurden so fast acht Tonnen Lebensmittel für 4.500 Bedürftige ausgegeben sowie Hilfen für Miete und Medikamente für circa 1.400 Personen ausgezahlt. Die Lage der Bedürftigen in Istanbul verschlechtert sich täglich. Manche mussten Kredite aufnehmen und kämpfen nun mit den Zinsen. Andere leiden unter Corona-Fällen in der Familie, die Arbeitslosigkeit liegt besonders in den Flüchtlingsfamilien bei 80 Prozent und der kalte Winter lässt bei vielen die Kosten für Gas und Kleidung steigen.

„Ihr seid manchmal mein einziger Lichtblick in dieser Zeit“, gesteht mit niedergeschlagenen Augen Juliette M. aus dem Kongo. Die Präsenz vor Ort und die Möglichkeit auch zum Gespräch sind daher genauso wichtig wie die ausgegebenen Lebensmittel. So freut sich daher Projektkoordinator Pater Simon Härting nach dem Besuch aus der deutschen Auslandsvertretung besonders über die „unkomplizierte und interessierte Art des Generalkonsuls. Dies war eine echte Motivation für Hilfesuchende und Helfer des Projektes in Zeiten voller Distanz und Einsamkeit.“

Text: Don Boscos Istanbul; Foto: ©Deutsches Generalkonsulat İstanbul/Mehmet Erken